Logo Logo Logo

Barbiekuh – Christian Eisenberger

Barbiekuh – Christian Eisenberger

Christian Eisenberger brennt für die Kunst. Besser: Er verzehrt sich restlos in der Flamme der Kunst. Dass er 1999 am Ufer eines Bachs in der Nähe seines Elternhauses eine Feuergrube ausschaufelt, mit einem Drahtgitter bedeckt und einen Räucherofen für seine Papierblätter baut, mag wohl aus einer bewussten Identifikation mit dem Feuer hervorgehen. Doch scheint die gängige Stilisierung des Künstlers, mit der oft einseitig auf dessen blinden Vitalismus und überbordenden Aktionismus insistiert wird, nicht auf die Räucherblätter zuzutreffen. Im Laufe eines Räucherverfahrens, das über acht Stunden dauern kann und oft bis an die äußerste Grenze der Zerstörung betrieben wird, entstehen die Räucherblätter unter der geduldigen Aufsicht des wartenden Künstlers. Was an der Oberfläche des Papiers haften bleibt, sind visuelle Spuren der sich im Bild verflüchtigenden Präsenz der lebendigen Flamme und deren unermüdliche dynamische Kraft – flüchtige Simulacra des Lebens und zugleich nuancierte Abbilder des sicheren Todes.

– Giorgio Palma

Publikation bestellen:
info@sammlung-cserni.at

Eigenverlag, Wien 2015
ISBN 978-3-200-04224-7

Texte: Markus Gugatschka, Giorgio Palma

Gesamtkonzeption und grafische Gestaltung: im Kollektiv für Kommunikation und Gestaltung, imkollektiv.at